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SuperQueeroes

Berlin: Zum ersten Mal widmet sich in Deutschland ein Museum dem vergleichsweise neuen Thema „queere“ Comics: also Comics mit LGBTI*-Charakteren: SuperQueeroes – LGBTI*-Comic-Held_innen. Der Fokus liegt dabei auf „Superheld_innen“, womit nicht nur die gängigen Supermänner und -frauen gemeint sind, die im US-amerikanischen Mainstream-Comic in den letzten Jahren Coming-out-Geschichten erlebt haben. Vielmehr geht es auch darum zu zeigen, wie heroisch Alltags-Storys von LGBTI*-Menschen sein können, die sich in einer heteronormativen Welt – auch einer von Zensur und Codes dominierten Comic-Welt – durchsetzen mussten bzw. immer noch müssen.

Superqueeroes_Plakat

In der Ausstellung werden Alltagsheld_innengeschichten aus Europa solchen aus den USA gegenübergestellt, die „Mainstream-Superhelden“ denen des Underground (wie zum Beispiel „Super Tranny“ Glamazonia), es werden subversive „Anti-Helden“ präsentiert und LGBTI*-Charaktere, die den Weg in Hetero-Domänen wie Cowboy- und Cop-Geschichten gefunden haben und zeigen: auch Schwule, Lesben und Trans* können in solchen Geschichten überzeugen. Eine eigene Abteilung widmet sich dem Thema „Aids/HIV“ und zeigt, wie mit Comics gegen die Gesundheitskrise gekämpft wurde – vom „Condom Man“ bis zu den „Stigma Fighters“.

Viele Autor_innen von queeren Comics haben das Risiko sozialer Ausgrenzung und professioneller Anfeindung auf sich genommen, als sie ihre Arbeiten erstmals veröffentlichten. Diese Autor_innen werden ebenfalls als „Helden“ und LGBTI*-Vorkämpfer_innen in der Ausstellung vorgestellt, sowohl in Europa bekannte Künstler_innen wie Tom of Finland, Alison Bechdel, Ralf König, Wolfgang Müller, Gengoroh Tagame, Nazario oder Howard Cruse, als auch Künstler_innen wie Megan Rose Gedris, Erika Moen und Kylie Summer Wu.

Schwules_Museum

Die Ausstellung wird von einem internationalen Kurator_innen-Team betreut, dessen Mitglieder eine jeweils eigene Sicht auf „Superhelden“ einbringen. Es wird im Rahmen der Ausstellung ein umfangreiches Begleitprogramm mit Vorträgen, Lesungen und Workshops geben. Kurator_innenteam: Michael Bregel, Kevin Clarke, Natasha Gross, Hannes Hacke, Justin Hall, Markus Pfalzgraf, Mario Russo. Posterentwurf: Swen Marcel,  Ausstellungsdesign: Matthias Panitz

Laufzeit: 21. Januar 2016 – 26. Juni 2016

Rahmenprogramm zur Ausstellung

23. Januar um 19 Uhr – „No Straight Lines“ Lesung mit Justin Hall

25. Januar um 18:30 Uhr – „Homosexualität im Comic“ mit Markus Pfalzgraf

Di 29.03. bis Fr 01.04.2016, 10-14 Uhr -Masken, Glitzer, Kryptonit – Mit Stift und Fantasie für eine bessere Welt

14. April um 19 Uhr– „Yuri, Girls‘ Love, Shoujo Ai?! Gibt es lesbische Manga?“ Vortrag mit Dr. Verena Maser

17. April um 14 Uhr – Live Comic Zeichnen mit 123comics und Ka Schmitz

14. Mai um 19 Uhr – Ach, so ist das?! Comiclesung mit Martina Schradi

Internet: www.schwulesmuseum.de

Öffnungszeiten:

Schwules Museum*, Lützowstraße 73 in 10785 Berlin

NEU Langer Donnerstag: 14 bis 20 Uhr geöffnet

So, Mo, Mi, Fr 14 bis 18 Uhr

Sa 14 bis 19 Uhr

Dienstag geschlossen