London Calling

– Queerer Wochenendtrip zwischen Soho, Skyline und Streetfood

London - Big Ben
London - Big Ben
London gehört zu den Städten, die einen sofort in ihren Bann ziehen. Laut, international, manchmal chaotisch – aber genau darin liegt der Reiz.
Für die BOX ging es für ein langes Wochenende in die britische Metropole, auf der Suche nach Szene, kulinarischen Hotspots und echten London-Momenten.

Gut vorbereitet nach London

Unsere Reise startete über den Flughafen Heathrow. Wichtig für alle England-Reisenden: Für die Einreise wird inzwischen ein gültiger Reisepass sowie eine elektronische Einreisegenehmigung (ETA) benötigt, die bequem online beantragt werden kann. Empfehlenswert ist, diese bereits einige Tage vor Abreise auszufüllen.

London selbst ist in den letzten Jahren spürbar teurer geworden – besonders Hotels und Restaurants liegen deutlich über deutschem Niveau. Deshalb lohnt es sich, nicht zwingend mitten im Zentrum zu buchen. Dank der hervorragend ausgebauten Tube erreicht man fast jeden Stadtteil schnell und unkompliziert.

Wir entschieden uns für das Central Hotel nahe des Hyde Parks – ruhig gelegen und dennoch perfekt angebunden.

Horizon Aussicht
Horizon Aussicht

Tube statt Taxi

Wer London besucht, sollte die Underground nutzen. Das Netz ist hervorragend organisiert und auch für Besucher leicht verständlich. Besonders praktisch: Man benötigt kaum noch Tickets. Einfach mit EC- oder Kreditkarte an den Schranken ein- und auschecken – das System berechnet automatisch den günstigsten Tarif.

Pasta, Hyde Park & erste London-Vibes
Zum Einstieg empfiehlt sich ein Besuch von „Horizon 22“, aktuell Londons höchster kostenloser Aussichtspunkt. Die Plattform befindet sich im 58. Stock des Wolkenkratzers „22 Bishopsgate“ direkt gegenüber des berühmten „Gherkin“-Gebäudes in der City of London. Aus rund 254 Metern Höhe bietet sich ein spektakulärer Panoramablick über die gesamte Stadt.

Besonders beeindruckend ist der Mix aus historischer Architektur, Themse, Tower Bridge und moderner Skyline. Wichtig: Kostenlose Zeitfenster sollten vorab online reserviert werden.

Nach dem ersten Sightseeing zog es uns zurück Richtung Hyde Park. Dort entdeckten wir mit „Bizzarro“ einen kleinen italienischen Klassiker mit entspannter Terrasse und überraschend fairen Preisen für Londoner Verhältnisse.
Bei Pasta, Wein und Blick auf das Straßenleben kommt schnell dieses typische London-Gefühl auf: international, lebendig und trotzdem irgendwie gemütlich.

Soho – Das queere Herz der Stadt

Am Abend ging es natürlich nach Soho – seit Jahrzehnten Zentrum der LGBTQ+-Szene Londons. Rund um die Old Compton Street reiht sich hier ein queerer Hotspot an den nächsten: klassische Pubs, Cocktailbars, kleine Clubs, Fetish Stores und internationale Restaurants. Gerade an warmen Abenden spielt sich das Leben halb auf der Straße ab.

Kulinarisch entschieden wir uns für „Randall & Aubin“, ein stilvolles Seafood-Restaurant mit hervorragenden Fischgerichten und entspannter Atmosphäre. Später verwandelt sich die Location fast schon in einen kleinen Club mit DJs und entsprechend ausgelassener Stimmung.

Zu den bekanntesten Szene-Locations zählen:

The Admiral Duncan
Comptons
The Yard Bar
Freedom Bar
Duke Of Wellington
Village Soho
She Soho

Gerade das „Village Soho“ zieht am Wochenende ein junges internationales Publikum an. Wichtig: Ohne Ausweis kommt man in viele Clubs nicht hinein.

Chinatown – Neonlichter und Dumplings

Nur wenige Schritte entfernt beginnt Chinatown. Zwischen roten Torbögen, Neonreklamen und kleinen Restaurants fühlt man sich plötzlich wie in einer anderen Welt.

Hier findet man unzählige asiatische Restaurants, Bubble Tea Shops und Streetfood-Spots – perfekt für einen späteren Snack oder einfach zum Flanieren und Leute beobachten.

ABBA Voyage – Popgeschichte neu erfunden

Ein absolutes Highlight unseres Trips war die „ABBA Voyage“-Show im eigens dafür gebauten ABBA Arena in Stratford, im Osten Londons.
Die Mischung aus Live-Band, modernster Technik und digitalen ABBA-Avataren ist beeindruckend und emotional zugleich. Ohne zu viel zu verraten: Es fühlt sich weniger wie ein Konzert und mehr wie eine Zeitreise durch die größten Pop-Hits der 70er und 80er an.

Tickets sollten unbedingt frühzeitig gebucht werden, da viele Termine lange im Voraus ausverkauft sind. Stehplätze gibt es ab etwa 55 Pfund. (ABBA Arena London)

Borough Market – London zum Probieren

Am nächsten Tag ging es zum berühmten Borough Market nahe der London Bridge – für viele einer der schönsten Food Markets Europas.

Unter historischen Eisenbahn-Bögen entdeckt man hier Spezialitäten aus aller Welt: frische Pasta, Austern, Falafel, asiatisches Streetfood, Käse, Sauerteigbrot und hervorragenden Kaffee.

Besonders schön ist die Mischung aus Touristen, Londonern und echter Marktatmosphäre. Unser Tipp: Hungrig hingehen und lieber viele kleine Dinge probieren.
Direkt in der Umgebung befinden sich außerdem:

Tower Bridge
Tate Modern
The Shard
Shakespeare’s Globe Theatre

Perfekt also für einen entspannten Spaziergang entlang der Themse.

Camden Market – Zwischen Kult und Kommerz
Natürlich durfte auch Camden Market nicht fehlen. Zwar ist Camden in den letzten Jahren deutlich touristischer geworden, dennoch lohnt sich ein Besuch weiterhin – vor allem wegen der alternativen Atmosphäre und der riesigen Auswahl internationaler Food-Stände.
Allerdings gilt: Borough Market und Camden an einem Tag werden schnell stressig. Lieber Zeit lassen und die Viertel entspannt erkunden.

Fazit

London ist teuer, hektisch und manchmal überwältigend – aber genau das macht die Stadt so spannend. Zwischen Skyline, Soho, Streetfood und queerer Szene entsteht ein einzigartiger Mix, den man so kaum irgendwo anders in Europa findet.

Ein Wochenende reicht definitiv nicht aus, um London komplett zu entdecken. Aber vielleicht ist genau das der Grund, warum man immer wieder zurückkehren möchte.

Bilder: BOX, Pexels