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Heteros gehören an die Leine!

Es gibt diese Instagram- oder Twitteraccounts, die sich wie ein Fototagebuch vor einem entblättern. Jedes Treffen, jedes Mittagessen, jeder berufliche oder schulische Erfolg und jeder Urlaub werden in unzähligen Fotos und Kommentaren festgehalten und selbstverständlich lächelt der Besitzer und Ersteller dieser Fotos einem auf fast jedem dieser Bilder entgegen.


So einen Account hat Simon. Simon ist ein junger Kerl, der grade mal auf die 30 zugeht, noch dazu gut gebaut und athletisch, was seine vielen Fotos aus dem Fitnesstempel bezeugen. Meist lächeln unterschiedliche hübsche, junge Frauen mit ihm um die Wette und noch öfters sieht man ihn vor dem Spiegel in wechselnden Anzügen und Outfits im formvollendeten „straightacting“ posieren, stets mit coolen Finger-Posen unterlegt.


Ich habe die Bedeutung des „Fingerzeigens auf Fotos“ nie begriffen, ich vermute aber, dass das durch Winston Churchills geprägte „Victory-Zeichen“ bei den Jungs nicht der eigentliche Ursprung ist, oder? Aber ich bin ja auch schon 45 Jahre alt und muss nicht mehr alles begreifen.


Der leckere Hetero und sein Master
Der Kleine ist echt lecker, denn dazu kommen auch noch sein strahlendes Lächeln, der gut gestutzte Drei-Tage-Bart, die braunen Augen und das verdammt volle Haar. Simon ist ein echter Hingucker und steht nun nervös in meinem BDSM-Raum vor mir, fernab all seiner bisher gewohnten Heterosexualität.
Er trägt einen Anzug und dieser ist nicht von der preiswerten Sorte, kombiniert mit sportlichen Sneakers. Ständig fasst er sich an seinen akkurat gebundenen Krawattenknoten und streicht seine gerade sitzende Krawatte glatt. Eine Geste, die ihm scheinbar Sicherheit vermittelt, nur scheint sie hier bei mir nicht mehr so gut zu funktionieren.


Er mag also gern enge Sachen um den Hals? Ich lächele innerlich und sitze entspannt in voller Ledermontur in meinem Sessel und lehne mich vor. Das Leder knarzt und mit meiner behandschuhten Hand deute ich auf den Boden vor mir: „Hierhin stellen!“ Seine rehbraunen Augen schauen mich an, dann fällt sein Blick auf den Boden und dann wieder zu mir. Meine Anweisung war klar und unmissverständlich. Er streicht nochmals über seine Krawatte und er weiß, „wer abbeißt, muss auch kauen”.


Ich sehe, wie sich eine stärkere Wölbung in seiner Hose bildet, denn der Befehlston ist wohl wie Musik in seinen Ohren. Es geht dem süßen Hetero um die Hingabe. Die Hingabe vor einem Mann, was tatsächlich unabhängig von der sexuellen Ausrichtung ist – zumindest per Eigendefinition. Man könnte es auch eine „Bi-Sexualität unter bestimmten


Voraussetzungen“ nennen. Aber solche Jungs hecheln sonst tatsächlich im Alltag den Damen hinterher und stehen mit ihren Kumpels unter der Dusche im Sportclub, ohne ihnen auf den Schwanz zu gucken. Vor mir angekommen, mustere ich ihn und seine Beule: „Bist wohl geil, du kleiner Muschilecker, hm? Hose runter!“ Er zieht die Hose aus, direkt über die Sneakers, und er ist gut auf das Treffen vorbereitet, denn er hat sich weisungsgemäß einen Jockstrip besorgt für sein erstes „schwules Erlebnis“.
Ich lasse ihm die Sneakers, denn der Boden ist kühl. Er faltet die Sachen ordentlich, legt sie anständig auf einen kleinen Haufen zusammen, sodass ich keinen Anstoß dran nehmen kann, und baut sich wieder wie gewohnt schön maskulin vor mir auf. Ich vermute, er will mich beeindrucken und ich gestehe, dass es auch etwas wirkt, ohne es mir allerdings äußerlich anmerken zu lassen.


Der Master befiehlt: Zeig deinen saftenden Schwanz!
Jetzt kommt der für uns wahrscheinlich spannendste Teil: Das Mindgame. Ich ziehe ihm eine Augenklappe über seine schönen Augen und gebe ihm verbal eine Inhaltsangabe über die bevorstehenden Stunden: „Gleich wirst du mal einem Mann dienen … Ich werde dir in dein süßes Hetero-Fötzchen gucken, was man damit alles so anstellen kann …“, und so weiter. Er zittert und antwortet brav. Sein wiederholendes „Ja, Sir“ kommt nach einiger Zeit zwar etwas monoton rüber, aber ich gestehe es ihm zu, denn für Entertainment bin ich zuständig.


Vor mir ergibt sich nun ein tolles Bild, denn der junge Mann ist so erregt, dass sein Vorsaft aus dem Slip läuft. Das hat mir so sehr gefallen, dass ich für euch davon extra ein Foto gemacht habe. Das Bild ist nicht nachgestellt, direkt live aus der Session vom Juni 2021. „Zeig deinen saftenden Schwanz!“, befehle ich und er holt ihn raus. Sein mittelgroßer unbeschnittener Schwanz, passend zu seiner schönen gebräunten Hautfarbe, ist stocksteif und etwas nach unten gebogen. „Dann mal runter auf deine Knie“, sage ich in einem ruhigen, aber bestimmenden Ton. Ich berühre seinen Kopf, streichle durch das volle strubbelige Haar, lasse danach meine Hand zum Nacken gleiten und dort erhöhe ich den Druck in meinen Griff.


Ein fester Griff in den Nacken kann schnell das Gefühl der Hilflosigkeit hervorrufen. Wenn sich meine Hand im weichen Lederhandschuh um die Kehle meines Spielpartners legt, ist jeder Widerstand nutzlos und der damit einhergehende unterwürfige Blick kickt mich.
Der Hals ist ein oft sehr unterschätztes Körperteil im Liebesspiel, dabei ist es so herrlich einfach, gerade dort seine Dominanz auszuspielen. Ich rede hier noch nicht mal von Atemkontrolle oder Würgespielen, sondern dem Hals als Zeichen der Inbesitznahme. Viele Tiere präsentieren so auch ihre Unterwürfigkeit, indem sie eben ihre empfindlichsten Stellen präsentieren – zumeist Bauch oder Hals.
Durch den strengen Griff an dieser Stelle ist es für mich ein leichtes, meinen Klienten schnell in die Position zu bringen, die ich will und meist wird das Ganze durch ein lustvolles Stöhnen seinerseits begleitet.


Der Hetero kniet – unterwürfig mit Halsband
Ich drücke Simon noch etwas tiefer runter, dann schnappe ich mir das vorbereitete goldene Kettenhalsband und lege es ihm an. Nicht zu fest, gerade so weit, dass ich noch Zeige- und Mittelfinger zwischen Hals und Halsband schieben kann, und gleite so langsam nach vorne zum Adamsapfel. Simons Kopf rotiert und ich zwinge ihn, mir in die Augen zu schauen. Sein Hundeblick stimuliert mich jetzt richtig und ich freue mich auf die Zeit mit ihm. Das Halsband oder die Fessel um den Hals symbolisiert schon ewig die Domestizierung beziehungsweise die Knechtschaft eines Wesens. Wie das Halfter beim Pferd oder das Halsband bei Hund oder Katze. Kaum etwas zeigt mehr an „Ich gehöre jemandem” wie ein Band, eine Kette oder eine Fessel um den Hals. Vergesst beim Einkauf von Halsbändern nicht die dazugehörende Leine. Markiert das Halsband die Besitznahme, so reduziert die Leine den Bewegungsradius und zeigt, wer hier das Sagen hat. Ein kräftiger Zug an der Leine kann viele Worte ersparen und ist nicht misszuverstehen.


Das lernt mein Simon auch sehr schnell. Ich habe mir extra ein sauteures Halsband und eine passende Leine zugelegt, die in ihrem „golden Look“ mal so richtig chic aussehen, denn ich liebe Spiele an der Leine ja sehr – da darf man dann auch die Premiumversion zuhause haben. Als ich die Leine an sein Halsband einklicken lasse, entgleitet ihm ein kleiner Seufzer. Ich stehe auf und baue mich vor ihm auf. Er schaut zu mir auf. Dann nehme ich die Leine kurz und mit einem sanften Ruck deute ich an, dass er krabbeln soll und wir gehen schön gemeinsam durch den Raum. Simon ist gefügig und lernt schnell, wie er sich zu verhalten hat. Dann gehen wir zurück in die Ausgangsposition. Er kniet vor mir und ich stehe vor ihm. Ich streiche ihn belobigend über den Kopf und er drückt sich dankbar an mein Bein. Er ist entspannter und ruhiger, jetzt, da er weiß, dass ich die Kontrolle habe und für ihn da bin. Die Leine symbolisiert die Kontrolle und darf daher nicht mal einfach auf den Boden fallen, sondern muss in meiner Hand verbleiben oder eben an einem stabilen Punkt befestigt werden, wie in diesem Fall sogleich am schweren Käfig im Nebenraum, während ich die nächste „Station“ vorbereite.


Der kleine unschuldige Hetero mit den „Bi-Fantasien“ bekommt den Bock nun unter sich und sein knackiger Arsch zeigt sich vor mir in all seiner Pracht. Ich bearbeite seinen Po mit allen erdenklichen Spielarten und erfreue mich an seiner stetigen Erektion, was sonst eher selten ist, wenn du dich um die Hintern der Spielpartner kümmerst. Aber der Freshman spürt endlich mal einen Mann an seinem „jungfräulichen Hintertürchen“ und geht ab wie „Schmitz Katze“. Als ich ihm später das Halsband abnehme, gebe ich ihm für das nächste Treffen eine Hausaufgabe: Er soll sich selber eine solche Kette kaufen. Mein lieber Simon trägt nun nach unseren ersten Treffen ein solches Kettenhalsband. Immer, wenn er sich jetzt über seine Krawatte streicht, wird er an mich und unser Treffen erinnert.

Master André alias Dominus.Berlin (43) ist der erfolgreichste Dominus in Deutschland, Schweiz und Österreich (www. dominus.berlin). Der gebürtige Rheinländer arbeitet seit Jahren als Dominus in den bekanntesten Dominastudios sowie ebenfalls als Dozent für Themen rund um BDSM. Er ist zudem Sprecher für den Berufsverband für erotische und sexuelle Dienstleistungen (BesD).
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Fotos Igor Novikov