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Überstunden auf der FOLSOM EUROPE

Was die CeBit für die Telekom ist, ist die Folsom für einen Dominus: Das Rundumevent.

Tagsüber habe ich mich in meiner neuen Ledermontur bei lecker Kaffee und Kuchen erstmalig auf dem Vip-Stand der Folsom zur Schau gestellt und wurde mit erstaunlich viel mehr Begegnungen belohnt als erwartet. Von ganz tollen Feedbacks, über Nase rümpfen bis hin zu aufregend neuen Angeboten war alles dabei. Ich hatte auf jeden Fall zu wenig Visitenkarten in meiner Tasche.
Wenn es dunkelt und die Katzen also grau werden, ist es Zeit für meine göttliche Kollegin Lady Xara. Die hat so viel Sex-Charisma, dass selbst eingefleischt-schwule Männer zu ihr kommen und Sessions bei ihr buchen. Es ist schon etwas Besonderes, denn so sehr wie der schwule Mann die Frau als Solches auch liebt – beim Sex muss Frau eben „draußen bleiben“. Bei Xara ist das anders, denn zwischen dem ganzen klassischen Hofieren der schwulen Folsom-Männer hörte ich dann und wann auch einen Mann sowas flüstern wie z.B. „ich komme dann zu Weihnachten wieder zu dir“. Ich war erstaunt und das schon zum zweiten Mal an diesem Abend. Unter diesen Voraussetzungen ergab sich dann ein wunderbares bizarr-Flanieren, Gleichgesinnte Kennenlernen, Spaß haben sowie auch sein eigenes BDSM-ICH feiern auf der Folsom. Des Dominus.Berlin liebste Tätigkeiten.

Übrigens: Wer mich verpasst hat, der hat ne Chance auf der Venus in Berlin – da gibt´s auch ein bisschen Dominus auf der Bühne mit Xara. Alternativ noch auf der Passion-Messe in Hamburg, denn da gibt´s den Dominus.Berlin am Samstagnachmittag am Autogrammcounter der Dominazone.
Dann ist erstmal Schluss mit dem repräsentativen Kram und es geht wieder ab ins BDSM Studio, wo ein Dominus eben hingehört. Obwohl ich durch den hohen Spaßfaktor schon sehr müde war, hatte ich eine Sitzung mit einem Sklaven in einer Lederbar verabredet. Natürlich trennten sich nun die Wege mit Lady Xara und ich war allein mit meinem Sklaven an der Leine im Testosteron-Leder-Himmel Berlins. Treibende elektronische Musik, schwarzes Leder soweit das Auge reicht, männliche Geilheit sowie der dabei entstehende Männergeruch liegt in einer Lederbar immer in der Luft und auf der Folsom potenziert sich das ins Unermessliche.

Mein schon sehr reifer Sklave folgte meinem Befehl und reinigte mit seiner Zunge darüber meine Lederstiefel, während ich es mir auf der Treppe bei dem Bier, welches er mir vorher servieren durfte, richtig gut gehen lies. Ich konnte mich gar nicht entscheiden, welches Gefühl ich besser fand, denn wenn einem lange und leidenschaftlich vor allen Anwesenden die Stiefel geleckt werden, macht stolz und sorgt für ein wohliges Gefühl, jedoch besorgt das Folsom-Übermaß an Männern für eine abnorme Hitze in einer Lederbar, so dass das kühlende Bier fast ebenso positiv in meiner Wahrnehmung ist wie der Stolz auf meinen sich um Sauberkeit bemühenden Sklaven.

Um mich herum sitzen einige stattliche Leder-Männer, die mit einer bemerkenswerten Geduld ebenfalls auf ein Leckopfer warten oder bereits einen Stiefellecker genießen. Links von mir begrüßte mich ein Zigarre rauchender Mann mit den Worten: „Ich bin der Jo wir sind bei Facebook befreundet.“ Ich mag diesen Satz ja, denn ein Facebookfriendship drückt neben dem klassischen Networking auch Wertschätzung aus. Ein anderer Master positionierte sich direkt vor mir (ich glaube aber nicht meinetwegen) und begann mit einem spärlich bekleideten Mann ein Spiel, indem er seinen abnorm großen Penis zum Einsatz brachte. Ich muss das leider etwas infantil kommentieren: „hollalla!“ Der Ledermann lächelte mich trotzdem an: „Ich hab auch so ein paar Profile wie du“.
Es ergab sich ein tolles Gespräch mit diesem Mann, der im späteren Verlauf meinen Sklaven ebenfalls mehrfach mitabrichtete. Irgendwie hab ich in ihm eine gereifte Version des Dominus gesehen, auch wenn ich wahrscheinlich etwas breiter aufgestellt bin, hat er mich durch sein Vorgehen mit dem Sklaven sehr beeindruckt. Sein Nick bei GR ist „MasterTopXXL“. Ja, ihr dürft nachschlagen.
Als ich merkte, dass mein Sklave sich mit seinen Leckarbeiten dem Ende näherte und mich schon etwas erwartungsvoll anblickte, schob ich ihn etwas zurück und prüfte meine Lederstiefel. Ich fand einen Fleck, der vernachlässigt wurde: „Das nennst du sauber? Oh warte, Freundchen.“ Ich griff, mit Lederhandschuh versehenen linken Hand in seinem Nacken, drückte seinen Kopf neben mir auf die Treppe runter und zog mit der anderen Hand sein letztes Kleidungsstück (seine Unterhose) vor allen Leuten demütigend herunter: „Sklaven, die ihren Job schlecht machen, müssen erzogen werden, teilte ich ihm in einem völlig sachlichen und ruhigen Ton mit, der insbesondere durch die Anwesenheit der ganzen anderen Ledermänner gerade durch diese Subtilität besonders beeindruckte.

Ich sah meinen Sklaven schaudern und zeitgleich vernahm ich ein kleines Stöhnen, aufgrund seiner Geilheit, von mir nun in aller Öffentlichkeit gezüchtigt zu werden. Ich nahm meinen Gummiknüppel und zog auf seinem Arsch dreimal durch. Ich holte ihn wieder hoch, schaute ihm direkt in die Augen und sagte: „So führe ich dich sicherlich nicht in den Darkroom. Das machst du jetzt ordentlich, ansonsten kommst du in den Käfig und dann auch dort dann nicht mehr raus heute.“ Natürlich machte er es diesmal besonders ordentlich und unter uns: Selbst wenn er es nicht ordentlich gemacht hätte, wäre es fatal, ihn den ganzen Abend im Käfig einzusperren, da er sich so gewünscht hatte, an meiner Leine in den hinteren dunklen Bereich gezogen zu werden.
Möglich, das hier ein Unterschied zwischen privatem und bezahltem BDSM vorliegt. Im privaten Bereich erlebe ich häufiger, dass Master ihre Sklaven einen ganzen Abend in den Käfig sperren und nicht rauslassen, weil sie sich schlecht benommen haben.
Das könnte ich im privaten logischerweise ebenfalls tun und es würde mich mit Sicherheit auch erregen. Als Dienstleister jedoch muss man schon eine gewisse Erlebnisqualität sicherstellen, spätestens aufgrund des vorher definierten zeitlichen Umfangs.
Die Handschellen zischten um seine Handgelenke und ich zog meinen Günstling an der Leine nun durch diesen dunklen Gang der puren Perversion. Mein Klient hatte sich trotz seines Alters und Wohnsitz in Berlin zuvor niemals in seinem Leben in einen Darkroom gewagt, schon gar nicht in einer Lederbar. Daher wirkte das sich ihm bietende Bild mehr als überwältigend. Er musste sich vorbeizwängen an vier Ledermännern, die aufgereiht auf einer Bank saßen und ihre großen Geschlechtsteile als wirkungsvolle Werbemaßnahme aus der Lederkluft in einem steinharten Zustand herausdrückten. Eine Muskelschnitte, lediglich mit Stiefeln und Shorts sowie Latex Maske bekleidet, krabbelte auf allen Vieren mit einem Poppers Fläschchen von Stiefel zu Stiefel dieser vier Männer und bat durch einfaches sowie zartes Küssen der Stiefelspitze um Aufmerksamkeit.

Der erste Ledermann zog seinen Stiefel etwas zurück und signalisierte somit, dass er kein Interesse hatte. Ich sah, dass seine Augen und sein Penis bereits mit einem anderen ebenfalls in Vollleder gekleideten Mann im Blick-Fick-Krieg stand.
Die Muskelschnitte nahm erneut ein kleines Näschen, sowie etwas Mut zusammen, und krabbelte zum nächsten Stiefel und wurde nun belohnt, denn dieser Lederkerl ließ die Küsse auf seine Stiefel, ohne dabei mit einer Wimper zu zucken, zu. Na ja, nennen wir es mal: Teilerfolg. Im Sling in einer Ecke lag ein Mann in Latex (natürlich in „Hüfthöhe“) und ließ einen Dildo immer wieder sichtlich aus seinem Anus rein- und wieder rausflutschen. Mehr als offensichtlich war dieser Kandidat „aufgeschlossen“ für einen aktiven Mann. Im weiteren Verlauf des Ganges waren zwei große starke Männer bereits voll in ihrem Element. Neben der für alle trotz Dunkelheit offensichtlich intensiven Penetration der beiden, untermalten die Jungs ihre Männer-Paarung mit dramatischen Brunftlauten, die mein Sklave sogar etwas ängstigten, denn er drückte sich etwas näher an mich heran.
Ich persönlich finde dieses maskuline Ächzen schön animalisch, auch wenn ich mich dessen selber nicht befleißige. Im Dunkeln wirken diese wundervoll maskulinen Stöhner, die aus der Magengegend herauszukommen scheinen, natürlich noch viel dramatischer.

Dieser menschliche Sexsound bietet zudem noch die Möglichkeit sich – bzw. im wesentlichen seine Sexualität – dem Anderen transparent zu machen, wenn man sich schon so gut wie nicht sieht.
Natürlich besteht der Hauptvorteil des Darkrooms darin, dass man eben sein Gegenüber nicht – oder nur wenig sehen kann (muss 😉 und es einem ermöglicht, zum Beispiel einfach Sex mit einem Penis zu haben, ohne zu wissen, was dort für ein Typ dran hängt.
Da die Gänge eng sind, sich die Kerle beim Sex körperlich anstrengen und dann auch (noch) in noch größerer Zahl auftreten als im vorderen Bereich, erreicht die Temperatur hier nun ihren Höchststand im Laden. Für mich in meiner Vollledermontur kurz vor dem Status: Kreislaufprobleme.

Aber es ist, wie es ist: Irgendwo da drin wartet dein Orgasmus, sagt dir dein Schwanz, und die Geilheit treibt dich noch weiter hinein…

Master André alias Dominus.Berlin ist 40 Jahre alt und arbeitet seit Jahren als Dominus deutschlandweit (www.dominus.berlin). Er stammt aus Düsseldorf und arbeitet nun in einem der bekanntesten Domina-Studios Berlins. Seine Erfahrungen und Erlebnisse- sowie die seiner Kollegen und Kolleginnen – werden in regelmäßigen Blogbeiträgen auf der Studioseite veröffentlicht: http://studioluxberlin.de/cms/dominus-berlin.html