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Füße – Von der Masse ignoriert, für Manche das „Wasser in der Wüste“

Wie in der letzten Ausgabe erwähnt, werde ich diesmal über eine der Haupt-Fetisch-Einnahmequellen von uns gewerblichen BDSM-Tätern berichten: die Füße. Kein Körperteil an mir erfährt soviel Pflege wie dieser. Natürlich ist der sportliche Körper für jemanden in meinem Beruf äußerst wichtig, jedoch nicht so entscheidend, wenn man sich auf Fetische und andere besondere Spiele spezialisiert hat. Allerdings kann ich persönlich auch eher einen schwabbeligen Bauch verkraften als stark verhornte und rissige Füße mit zu langen sowie schmutzigen Fußnägeln. So was gibt es bei mir nicht, denn da achte ich besonders drauf.

Ich bin nun froh, dass die Spieler der Latex-Orgie aus dem Studio sind. Auch wenn sie beide tatkräftig bei der Reinigung mitgeholfen haben, ist immer noch etwas zu tun. Also muss ich mich was sputen, denn ich habe noch einen zweiten Termin, der den Abend einfach perfekt abrundet, trotz – oder eigentlich grade weil es nun ein ganz anderes Thema ist. Es handelt sich um einen romantischen Fußanbeter. Logischerweise nehme ich hierfür den wärmeren bzw. eleganteren Holz-Raum aus der ersten Etage. Vorbei sind nun die Momente, die geprägt wurden von kaltem und schweißnassem Latex, unterstützt von knalliger LED Beleuchtung sowie psychedelischem Elektrosound und hinein in die Stimmung erzeugt von Kerzenlicht und stilvoller Enigma Musik. Das verwendete Latex tropft sich gerade an seiner Aufhängung im Badezimmer trocken und ich werfe mich kontrastartig in meinen schwarzen Anzug.

Ich habe Glück, denn so spät abends ist in einem Domina-Studio (entgegen üblicher Annahmen) wenig los, so schalte ich noch schnell die Lampions im Garten an und mache es mir im oberen Raum gemütlich. Ich weiß, was Jemand empfindet, wenn er ein Domina-Studio betritt: Es kommt keiner umhin, rechts einen Blick in den spärlich beleuchteten roten Salon zu werfen und links im Stahlraum die ausufernde Erotik aufgrund der vorangegangenen Action zumindest zu registrieren, denn in einem Domina-Studio liegt Erotik einfach in der Luft. Jeder auch nur leicht sensible Mensch spürt, das ausgefallener Sex und Orgasmen die Hausordnung dieses Hauses bestimmen. Mein Klient (Sven) schließt nun weisungsgemäß die Türe hinter sich und muss alleine die Treppe zu mir in den oberen Raum gehen. Unterstützt von den epischen Klängen aus meinem Raum fährt er bereits bei diesem Gang seinen ersten intensiven Film. Man muss sich mal vorstellen, was in einem vorgeht, wenn man ein solches abgedunkeltes Haus der Perversionen betritt, dabei eine Menge seines ersparten Geldes in der Tasche mit sich führt, mit der Bereitschaft, dieses für die Erfüllung seiner tiefsten sexuellen Sehnsüchte auszugeben und dann mit diesen hardcore Emotionen in den ersten Minuten vollkommen alleine gelassen wird, da nirgendwo auch nur ein Hauch einer Socialisingmöglichkeit mit einer Empfangsdame gegeben ist. Ich finde das großartig, denn in der heutigen Zeit mangelt es oft an Momenten, in denen man einfach mal „bei sich selber“ ist. Diese Mischung aus Vorfreude, Angst und Geilheit zaubern stets weiche Knie bei der Person, die dann vor mir steht – dieser Fall macht da auch keine Ausnahme. Ich erblicke einen besonders zierlichen Mann ungefähr in meinem Alter, der aufgrund seines süßen knabenhaften Körpers logischerweise um einiges jünger wirkt.

Ein knabenhafter Körper! Mein ganz persönlicher Fetisch. Ich bin sehr positiv angetan. Dieser Klient steht nur ein wenig auf Dominanz, also lächle ich gleich, um nicht meilenweit über ihm zu stehen, denn mein Heimvorteil sowie die dramaturgisch gute Positionierung auf dem Thron wirken bereits zu Genüge. Er ist sichtlich erfreut, dass ich offensichtlich nicht der böse Mann bin, der gleich auf ihn einprügelt, kramt nun schnell den Umschlag mit dem Geld hervor und hält ihn trotz meines Lächelns irgendwie schützend vor sich. Ich nehme den Umschlag an und verstaue ihn sehr selbstverständlich in meiner Anzugjacke. Immer noch freundlich lächelnd befehle ich ganz subtil: „Ausziehen“. Ich bleibe während seines gesamten Ausziehvorganges ganz entspannt sitzen und schaue mir seinen schönen kleinen Körper an. Ich mache auch sichtlich kein Geheimnis daraus, dass ich ihn „bespanne“, indem ich ihm sage, dass er den Slip langsam seine Beine herunter gleiten lassen -, oder dass er über seinen schönen Bauch streicheln- und mich dabei angucken soll. In der Regel finde ich immer Körperregionen, Bewegungen oder Verhaltensmuster bei meinen Spielpartnern, die mir gefallen und mich sexuell für das folgende Spiel erregen. Für einige Fetischisten ist es sehr aufregend, wenn sie nicht als sexuelles Objekt wahrgenommen werden und lediglich das Objekt ihrer Begierde zum Genuss vorgelegt bekommen. Den Eindruck hatte ich im vorausgegangenen E-Mailverkehr mit Sven nicht.

Und dieser Eindruck wird auch bestätigt, denn sein kleiner Penis steht bereits noch bevor seine Unterhose den Boden berührt. Dieses Spiel ist insbesondere durch Ausführlichkeit gekennzeichnet, denn jeder kann sich vorstellen, dass es schnell zu Ende wäre, wenn ich flott meine Socken ausziehen würde, um meine Füße in sein Gesicht zu stopfen. Sven darf sich langsam meinen Beinen nähern und dann an der von ihm favorisierten Business-Bekleidung meiner unteren Körperhafte optisch erfreuen. Natürlich will er sofort anfassen, was ich ihm vorerst verweigere. Er soll erst mal eine Zeit lang in der Nähe seines heißbegehrten Objektes verweilen dürfen. In der Reihenfolge: Anfassen, Riechen und dann sein eigenes Gesicht an meinen Beinen reiben geht es weiter. Ich unterstütze Sven dabei, indem ich ihm zwar klare Anweisung gebe, was er wann und wie berühren darf, ihn aber dabei immer wieder am ganzen Körper streichle und ihn somit in seinen Handlungen bestätige.

Begleitet wird alles durch sein leises Stöhnen, welches richtig laut wird, als er es schafft, seine Nase irgendwie in meinen Schuh rein zu quetschen. Als er dann endlich meine nackten Füße bekommt, muss ich ihn bereits mahnen nicht mehr an seinem Penis herum zu spielen, damit er nicht vorschnell zum Orgasmus kommt. Er nagt an meinen Zehen herum, leckt auf Befehl dazwischen das leicht Salzige und knabbert an der Hornhaut. Es befinden sich wahnsinnig viele Nervenenden in den Füßen.

Ich zeige ihm genau, wo ich gerne geleckt oder sanft gebissen werden möchte. Gepaart mit seiner absoluten Hingabe entwickelt sich dieses Spiel zu meinem absoluten Höchstgenuss. Ich merke, dass er nun auch vermehrt zwischen meine Beine schaut, wo ich bereits meinen Dicken mit meiner Hand stimuliere. „So, jetzt darf der Kleine auch mal an den Schwanz“, sag ich ihm in einem bestimmenden aber dennoch freundlichen Ton.
Ich habe den Satz kaum zu Ende gesprochen, da stürzt er sich bereits mit seinem Kopf in einer Geschwindigkeit zwischen meine Schenkel, als wenn er zwei Jahre keusch gehalten worden wäre. Hui, kann der saugen! Ich kündige immer deutlich einige Sekunden vorher an, dass ich kommen werde. Wenn ich dann merke, dass der Spielpartner mehr als deutlich gewillt ist, mich in sich aufzunehmen, dann schieße ich befreiend alles raus. Die meisten submissiven Männer kickt es, wenn sie sich ausschließlich um dich gekümmert haben und dich dann auch schmecken dürfen.

Ich lasse gar keine große Pause entstehen, sondern verstaue meinen noch Steifen schnell in meiner Hose, rücke meinen Anzug zurecht und baue mich vor ihm wieder als fifty shades of grey-Kopie auf. Alles stimmig, bis auf das Fehlen von Schuhen und Socken. Ich ziehe mich nun an den Querbalken der riesigen Bettpfosten hoch und drücke ihn mit meinen Füßen auf den Boden. Er weiß genau was kommt: Man nennt dieses Spiel „Trampling“. Ich laufe also auf meinem Spielpartner herum. Das geht natürlich nicht einfach so – Himmel da würde es zu Knochenbrüchen kommen! Nein, man verlagert das Gewicht immer je nach Körperteil mal ein bisschen mehr oder weniger auf den Körper.

Der Passive genießt den Körperdruck, die Überlegenheit des Aktiven und natürlich die Füße. Ich schaue dabei in seine weit aufgerissenen Augen und erfreue mich an seiner massiven Erregung und begleite diesen letzten Teil des Spieles mit einer Menge dominantem dirty Talk. Ich erlaube ihm nun, zu spritzen, was circa noch gefühlte zwei Sekunden dauert, bis er eine Riesenladung bis fast zu seinen Brustwarzen hin schießt. Es sieht toll aus. Ich reiche ihm ein Handtuch: „Hier zum Wegwischen und gegebenenfalls Reinspucken“ füge ich mit einem Augenzwinkern hinzu. Er ist sichtlich begeistert von der Erfüllung seines langjährigen Traumes. Wenn er aus dem Zentrum von Berlin kommen würde, dann hätte er das bereits vor vielen Jahren gemacht, jedoch kommt er, wie viele meiner Klienten, von außerhalb – meist sogar vom Land. Da ist es verständlich, wenn es bei ihm doppelt so intensiv knallt als vergleichsweise beim Stadtmensch. Wir unterhalten uns noch nett miteinander, bis ich ihn in die Nacht entlasse…