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Dominus.Berlin

DOMINUS.BERLIN – eine „männliche Domina“?? BOX fragte nach:

BOX: Hallo Dominus Berlin. Sollen wir dich jetzt Dominus nennen?

Dominus.Berlin: Kann man machen, ist aber irgendwie nicht so richtig, denn obwohl es Leute gibt, die Herr Lehrer oder Herr Doktor sagen –  es ist doch mehr eine Bezeichnung – keine Anrede. Ich habe es mehr als Marke gewählt. Meine Klienten betiteln mich in der Regel als „Herr“, „Sir“ oder „Master Andre“.

BOX: Wieso betitelst du dich als „männliche Domina“?
Dominus.Berlin: Zu Beginn ist diese Wort-Kombination eher aus Verständnisgründen entstanden.  Als ich damals meine Gewerbeanmeldung abgegeben habe, schaute mich die Sachbearbeiterin mit großen Augen an: „Was ist denn ein Dominus?“. Ich habe ihr gesagt: „Schreiben Sie bitte männliche Domina“. Das hat sie verstanden – das versteht irgendwie jeder. Gibt eben nicht so viele männliche Dominas und den Fachausdruck Sado kennt man ja nicht mal in der Szene. Heute benutz  ich diese Wortkombination witziger Weise mehr, denn es ist zeitgleich eines meiner bedeutungsvollsten Unterscheidungsmerkmale. Ich arbeite nicht nur ebenfalls mit weiblichen Klientinnen sondern auch mit weiblichen Kolleginnen zusammen. Das Unterscheidungsmerkmal zu Anderen bei meiner Arbeit ist, dass ich um Einiges empathischer und feinfühliger vorgehe als viele meiner Kollegen. Nicht falsch verstehen, ich respektiere meine teilweise auch sehr harten Kollegen. Ich habe in meiner Karriere auch schon sehr viele harte Sitzungen gefeiert, jedoch sagen meine Klienten, dass meine größte Stärke meine subtile Dominanz ist.

BOX: Du arbeitest auch in einem klassischen Domina-Studio, richtig?
Dominus.Berlin: Ich bin einer der wenigen Männer, die in einem Domina-Studio arbeiten. Im Team kann man einfach besser Erfahrungen austauschen und voneinander lernen. Gerade von Frauen können wir Männer uns doch immer wieder eine Scheibe in punkto Empathie abschneiden.

BOX: Also wenn wir uns deine stilvollen Bilder ansehen, deinen massigen Erfahrungen lauschen und dann mit deiner Konkurrenz vergleichen, kann man schon sicher sagen, dass du Berlins renommierteste männliche Domina bist, oder?

Dominus.Berlin: Auf dem Feld, auf dem ich mich bewege, kann man das schon sagen. Ich habe sehr großen Respekt vor meinen Kollegen und ich glaube, dass jeder irgendwo ein Bedarfsfeld abdeckt. Es kann ja nun auch wirklich erotisch sein, in irgendeinem stinkigen, schwarz angepinselten Keller dreckige Stiefel zu lecken – ist ja schön pervers – nur biete ich das eben nicht an. Meine Klienten wünschen sich in der Regel Stil und Niveau und können dadurch besser Vertrauen aufbauen und sich fallen lassen.

BOX: Arbeitest du wirklich gerne als Prostituierter?

Dominus.Berlin: Ganz klare Antwort: Ja. Mein gesamtes Umfeld inklusive Familie weiß auch darüber Bescheid. Natürlich wird mir diese Frage immer wieder gestellt, denn ich mache ja auch Sex mit meinen Klienten. Auch wenn ich vor meiner Zeit als Dominus in sehr angesehenen Berufen gearbeitet habe, habe ich mich dort viel eher ausgenutzt oder viel weniger wertgeschätzt gefühlt als hier.
Man muss ja bedenken, dass es Gott sei Dank so ist, dass ich mir meine Klienten aussuchen kann, da ich auch über ein gutes finanzielles Polster verfüge. Wenn mir das vom Klienten gewünschte Spielfeld nicht zusagt, dann lehne ich es eben ab. Das kommt aber nicht so häufig vor, denn die meisten Sachen finde ich irgendwie spannend und aufregend – aber ich muss eben nicht alles oder jeden annehmen. Natürlich gibt mir mein Klient seine Bedürfnisse als Richtlinie vor, jedoch ist das Spielfeld dann immer noch sehr groß, auf dem ich mich dann frei bewegen kann. Das sah bei den Projekten  bzw. Projektzuteilungen in den schicken Bürotürmen, in denen ich seinerzeit gearbeitet habe, natürlich ganz anders aus. Und auf das bisschen moralische Verachtung kann ich (mit Verlaub) dann auch scheißen und finde den Beruf wirklich einfach nur klasse.

BOX: Was findest du denn sexuell nicht spannend und aufregend?

Dominus.Berlin: Naja zum Beispiel wenn jemand einfach nur lange durchgebumst werden will. Also da verweise ich gern auf die Kollegen. Ich finde es besser. wenn sich jemand bereitwillig von mir erniedrigen lässt, mir dienen – sowie Gehorsam zeigen will und dazu eine wirkliche Verbindung zu mir aufbaut. Über diese Verbindung fließen dann die befreienden, geilen und positiven Energien – das ist das, was ich anbiete und eben selber auch genieße.

BOX: Klingt alles sehr durchdacht und ist dann bestimmt auch sehr teuer. Was kostet die Stunde denn?

Dominus.Berlin: Ich erstelle in der Regel individuelle Angebote. Das heißt, dass ich den Anderen erst ein wenig kennen lernen will um festzustellen, ob wir beide auch wirklich zusammen das gewünschte Ziel erreichen. Zudem muss ich natürlich auch wirtschaftlich handeln und habe ja Kosten zu berücksichtigen – zum Beispiel Raummiete. Es gibt also keinen wirklichen festen Stundensatz, aber ich darf schon mal sagen, dass ich mich im oberen Preissegment befinde.

BOX: Wie bist du denn privat?
Dominus.Berlin: Ach, da unterscheide ich mich gar nicht so sehr von den anderen zugezogenen Berlinern. Ich lebe in einer Kreuzberger Hinterhaus-Altbauwohnung mit hohen Decken im Bergmann Kiez. Privat bin ich gar nicht so häufig in den Lederkneipen in Schöneberg unterwegs, sondern amüsiere mich eher mit den Transen in Kreuzberg.

BOX: Und deine private Sexualität?

Dominus.Berlin: Früher hatte ich auch privat viel BDSM. Ich hatte ständig Sklaven zu Hause und immer wieder baumelte ein Kerl von meiner Decke, den ich missbrauchen konnte. Aber das hat mittlerweile fast ganz nachgelassen, denn ich bin ja auch wirklich sehr viel auf dem BDSM-Gebiet unterwegs. Die Nachfrage ist gut da. Kunststück, denn fast 1/4 der deutschen Männer ist scharf auf Sado/Maso-Sex. Aber bei mir zu Hause ist nun eigentlich eine fast BDSM freie Zone geworden. Also, die drei K´s: Kochen, Kuscheln, Kinder – äh… ich meine:  Katze. *zwinker*

BOX: Bist du denn auch mal devot?

Dominus.Berlin: Klar habe ich dort auch Erfahrungen gesammelt. Es gab auch mal ein paar positive Erlebnisse, aber in der Regel machen mich Sitzungen, wo ich das Sagen habe, viel mehr an. Meine devote Ader ist wirklich nicht sehr ausgeprägt.

BOX: Was würdest du einer angehenden männlichen Domina raten?

Dominus.Berlin: Also zu aller erst sollte man sich ein raues Fell zulegen, denn es kommt so oft vor, dass dir die Leute einfach ungefragt ihre Meinung sagen, weil sie denken, dass ihre Meinung allgemein gültigen Wert hat. Hat sie natürlich nicht. Unser zahlreiches Dasein und der Erfolg ist ja der Gegenbeweis. Einfach Profile und E-Mail-Adressen blocken – fertig. Nicht diskutieren, denn das kostet nur Energie. Man selber sollte auch seinen Klienten wiederum mit wirklichem Respekt begegnen. Ich habe schon von einigen Kollegen diese wahnsinnig abwertende Haltung gegenüber Klienten wahrgenommen. Damit schneidet man sich doch ins eigene Fleisch. Es ist doch logisch, wenn du deine Klienten nicht wertschätzen kannst, dann wird dir deine Arbeit auch keinen Spaß machen. Sei aufgeschlossen für neue Erfahrungen und interessante Begegnungen.

Um gut zu performen, solltest du aber auch wirklich einen guten sexuellen Druck haben – ganz gleich, welche Spiele du annimmst. Druck bestimmt die Qualität. Um das mal in Zahlen zu fassen: Der durchschnittliche Mann spritzt in seinem Leben 7200 Mal ab. Den durchschnittlichen Mann sollte man mit 30 bereits eingeholt haben. Jetzt mal losrechnen, Jungens!