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Bärenpaadiie XXL

Die Hamburger Nordbären dürfen sich freuen: Eine tolle Bärenpaadiie XXL 2017 liegt hinter ihnen. Mit 1.600 Bären auf der Hauptparty am Samstagabend und vielen, die leider keinen Zugang fanden, war es die bisher größte Veranstaltung in der Hansestadt. BOX sprach mit zwei der Macher über den Bärenevent.

BOX: Hallo Till, hallo Michael, die Nordbären haben beim Kölner Bear Pride die Bear Awards für die beste Bärenparty gewonnen. Mal ehrlich gefragt: zu Recht?
Till: Zuerst einmal möchten wir Nordbären uns ganz herzlich für den Award bedanken. Es ist ein sehr schönes Gefühl, wenn man einerseits die vielen positiven Stimmen und Postings unserer Gäste direkt nach dem Event hört bzw. liest und aber dann auch obendrein die Bestätigung in Form einer Auszeichnung bekommt.
Dieses alles belohnt einen doch sehr für die vollkommen ehrenamtliche Organisation und Durchführung der Veranstaltung.
Uns hat sich die Frage nie gestellt, ob zu Recht oder Unrecht… Das muss dann doch jeder selbst für sich entscheiden… Das Votum war nach Aussage der der Organisatoren des Awards zumindest sehr eindeutig!

BOX: In den letzten zehn Jahren hat sich die Bärenpaadiie zum größten deutschen Bärenevent gemausert. Was ist euer Erfolgsrezept?
Till: Wir freuen uns natürlich sehr über den Zuspruch nicht nur aus der Bären-Szene.
Michael: Was das eigentliche Rezept ist, wissen wir nicht genau. Es gibt wohl mehrere Faktoren.  So fällt unsere Party immer in die „leere Zeit“ nach den ganzen Familien-Feiertagen und dem Jahreswechsel. Da bietet sie auch mal die Möglichkeit, aus dem Haus zu kommen… Dann spielt natürlich die Location eine sehr große Rolle… Das große Foyer in der Markthalle zum Quatschen, Freunde treffen und natürlich zum „Sehen und gesehen Werden“, die Lounge als gemütlicher Rückzugsort zum Chillen und der große Saal, um kräftig das Tanzbein zu schwingen!
Und das wohl wichtigste scheint zu sein, dass wir auf der Party selbst kein Bühnen- oder künstlerisches Programm haben. So kann jeder feiern, wie er möchte.

BOX: Was unterscheidet die Bärenpaadiie von anderen Events in Deutschland?
Michael: Sicherlich, dass sie komplett nicht-kommerziell organisiert ist.  Daher sind wir seit Jahren eine der günstigsten schwulen Partys!
Außerdem haben wir es mit unseren DJs geschafft, die Musikauswahl in einem sehr weiten Spektrum zu halten, so dass sich bei uns jede Altersgruppe und fast jeder Musikgeschmack wiederfinden kann. Man spricht schon augenzwinkernd vom legendären Nordbären-Bärenpaadiie-Radio-Mix.

BOX: Ihr verzichtet seit Anbeginn auf eine Mister Bear-Wahl. Warum eigentlich?
Michael: Wir Norddeutschen sind ja eher bekannt dafür, etwas hanseatisch zurückhaltend zu sein… Da feiert man gerne und auch heftig, aber muss das nicht unbedingt mit einer Persönlichkeit oder einem Titel krönen.  Und dann wurde die Mr. Bear-Wahl ja eh schon in Köln abgehalten, so dass wir uns da entspannt raushalten konnten.
Außerdem ist solch eine Wahl auch mit sehr viel organisatorischem Aufwand verbunden, den wir mit unserem kleinen Team nicht stemmen können und wollen.

BOX: Mal ein Blick auf die Besucher? Wie hat sich nach eurer Meinung die Bärenszene in den letzten Jahren entwickelt? Was gibt es heute, was es vor zehn Jahren noch nicht gab?
Michael: Das Gute an der Bären-Szene ist ja, dass sie von Hause aus eher beständig ist und sich eigentlich nicht viel verändert hat. Das Holzfällerhemd ist immer noch aktuell und vertreten und ein Faible für Haare fast unvermeidbar.  Sicherlich kommen auch die einen oder anderen Modetrends bei uns Bären an und macht die Welt dadurch nur vielfältiger, ohne anderes sofort gnadenlos zu verdrängen.
Till: Bei uns ist jeder willkommen, der uns Bären und auch die vielen anderen Typen der homosexuellen Menschen toleriert, ja besser sogar akzeptiert! So stellen wir fest und freuen uns darüber, dass mittlerweile auch viele Gäste, die nicht dem typischen Bären-Klischee entsprechen, trotzdem GEMEINSAM MIT UNS feiern wollen! Und das klappt bestens!

BOX: Vor Jahren sagte ein Hamburger Besucher, für den Erfolg der Nordbären und der Bärenpaadiie sei es von Vorteil, dass Hamburg keine expliziten Bären-Kneipen oder Saunen habe. Ist da was Wahres dran?
Michaell: Unser Event ist schon ein bäriges Highlight in Hamburgs schwuler Community und findet exklusiv an dem Termin satt. Das wird sicher schon ein Vorteil für die Party sein.
Aber Hamburg zeigte sich seit jeher schon immer weltoffen, verstand sich als Tor zur Welt und hatte nicht nur durch den Hafen schon immer viele Seebären, andere schöne Männer und auch eine etablierte Kneipen-Szene zu bieten… Wir Bären fühlen uns zum Beispiel aber auch in den Bars und Kneipen der Langen Reihe sehr wohl.
In den beiden bedeutendsten Gay-Saunen ist man auch als Bär meistens gut aufgehoben, und zu unserem Bärenpaadiie-Wochenende findet dann in unserer Partner-Sauna Men’s Heaven Spa die offizielle Bären-Sauna statt.

BOX: Organisiert wird der Event von den Nordbären. Wie wichtig ist der Event im Clubleben? Oder anders herum gefragt: Was bietet die Gruppe Interessierten das ganze Jahr über?
Till: Die Bärenpaadiie ist das größte Event, das wir Nordbären auf die Beine stellen. Es ist Höhepunkt und Beginn des neuen Bären-Jahres in Hamburg und finanziert uns mit den Überschüssen die übrigen Nordbären-Events im Jahr.  Durch den Erfolg der Bärenpaadiie ist es uns in den letzten Jahren möglich gewesen, mit einem großen Doppelstock-Truck auf dem Hamburger CSD präsent zu sein und Ausflüge mit Mitgliedern und Gästen zum Beispiel zu einem Thermen-Wellness-Tag oder in den Freizeitpark anzubieten.


Mehr Informationen unter: nordbaeren-hamburg.de, bei Facebook unter www.facebook.com/Nordbaeren-Hamburg oder in der Nordbären-App für IOS und Android…